Geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit in Trusetal
Wallenburger Turm
Mit freundlicher Genehmigung von
Jürgen Messerschmidt | Ortschronist …
„Nach chronikarischen Überlieferungen der Annales Reinhardbrunnensis erbaute 1247 Ludwig von Frankenstein die Wallenburg“, heißt es in Band 1 „Trusetal im Wechsel der Geschichte“. Hauptautor dessen ist Ortschronist Jürgen Messerschmidt.
Demnach diente die Wallenburg unter anderem dem Schutz der umliegenden Eisenerzgruben. Wobei: Die Anfänge des Trusetaler Bergbaus „sind urkundlich nicht fassbar“. Und: „Archäologische Funde fehlen ebenfalls.“ Aber die Kelten gelten auch in Südthüringen als „hervorragende Meister der Eisenverarbeitung“. Deshalb schließen „Lokalhistoriker“ nicht aus, dass die Kelten „in den Bergen um Trusetal (Klinge, Erzschwinde, Mommel) die dort zutage ausbeißenden Brauneisensteinlager ausbeuteten“. Gemeint ist die Laténe-Zeit (500 bis 40 v. Chr.).
Die überlieferte Entdeckung der Erzlagerstätten an der Mommel (385 v. Chr.) wird jedoch ins Reich der Sagen verortet. Die erste urkundliche Erwähnung des Bergbaus geht auch auf den Bauherrn der Wallenburg zurück – Graf Ludwig von Frankenstein, der seinerzeit im Bereich der Wallenburg mehrere neue Eisengruben anlegen ließ. Allerdings verarmten die Frankensteiner. Nutznießer waren die Grafenhäuser von Henneberg und Hessen, für die der Erzreichtum „zu einem wirtschaftlichen Machtfaktor“ wurde und sich mit den Ämtern Schmalkalden, Breitungen und Brotterode „die Grundzüge der Kreisstruktur des Altkreises Schmalkalden“ herausbildete.
Das Gebiet südlich des Inselberges hatte „König Heinrich I. im Jahr 933 dem Kloster Hersfeld als Mark Breitungen“ übereignet. Als das Kloster Herrenbreitungen entstand, gehörte der Trusegrund zur Vogtei Herrenbreitungen. Als Vögte des Breitunger Klosters waren die aus einem alten fränkischen Grafengeschlecht stammenden Frankensteiner berufen worden. Deren Stammburg lag auf dem Frankenstein bei Bad Salzungen. „Das Frankensteiner Grafengeschlecht…war ursprünglich in Südthüringen reich begütert“.
Im 14. und 15. Jahrhundert herrschten „verworrene Verhältnisse“, da die „unterschiedlichsten Herren als Bewohner der Burg“ auftauchten. „Die Wallenburg sah aber auch bessere Tage“, heißt es. „Im April 1516 kehrte Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Faust, für einige Tage auf der Wallenburg ein, nachdem er dem Grafen Philipp von Waldeck eins ausgewischt hatte.“
Das „Burggut“ war wohl noch bis 1897 bewohnt, bis das letzte Gebäude „niedergelegt“ worden war. 1945 ging die Wallenburg in Volkseigentum über. Der Turm war „aus Sicherheitsgründen wieder gesperrt“. Nach einer Rekonstruktion ab 1963 wurde das alte Gemäuer 1964 feierlich wiedereröffnet.
In den 1960er Jahren entstand die Burgbaude auf der Plattform der einstigen Vorburg.
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Am Turm 1, 98596 Trusetal
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